Rudolf Schwarz






In Anlehnung an die „Sinnenwelt“ (Immanuel Kant, Kritik der praktischen Vernunft) entsteht auf dem Hof-Hochscheid bei St.Ingbert der „AntennenHain“, ein phantastisches Kinderprojekt. 7 x 3 = 21 abgestorbene, 15 bis 20 m hohe Laubwald-Bäume werden in Form einer Raum-Skulptur zu einem „AntennenHain“ eingegraben. Durch den rituellen Akt des „Pflanzens“ in die Erde werden die toten Laubbäume zu Baumantennen, zu Botschaftern des Lebens. Ihre Gruppierung als Hain nimmt Bezug auf die Ruhe, Geschlossenheit und Inspirationskraft eines „geweihten Ortes“. In Verbindung mit dem „Modulator“, einer aus 7 Holzelementen gestalteten Architekturplastik, werden „imaginäre Botschaften“ sichtbar. Es entsteht das „Sendezentrum-Hof-Hochscheid“, ein Tor zu den Biosphärenwelten.



"Phantasie ist die Gabe unsichtbare Dinge zu sehen"
(Jonathan Swift 1667–1745)





Die Botschaften selbst sind das Ergebnis der Phantasie der Kinder, die in der Hof-Werkstatt-Hochscheid in Form von Einzelarbeiten und Projekten angeregt und gefördert wird. Ihre Projekte werden im „Modulator“ visualisiert und in „imaginäre Botschaften“ umgewandelt, welche über die  Baumantennen an die Kinder anderer Biosphärenwelten gesendet werden. Derzeit komponieren  die Kinder der Hofwerkstatt die Symphonie "Blätterrauschen & Farbenspiele". In einem weiteren Projekt ist das Kochen einer "Demeter-Kunst-Speise" geplant, deren Botschaft nach Peter Kubelka im Mund zu lesen ist. Im „Sendezentrum-Hof-Hochscheid“ können als Umkehrprozess auch „imaginäre Botschaften“ aus aller Welt empfangen und umgewandelt werden. Nach der Visualisierung im „Modulator“ sind sie für die Kinder und für die Besucher des Zentrums genau wie ihre eigenen Arbeiten und Projekte sichtbar und werden so zur gemeinsam erfahrbaren Realität. Jedes Kind der Hof-Werkstatt-Hochscheid pflanzt während seines Aufenthaltes eine lebende Pflanze als ganz persönliche, kleine eigene, Antenne in den „AntennenHain“  und bleibt so auch in Zukunft der bewusstseinsgestaltenden Kraft der „phantastischen Idee“ und den Biosphärenwelten verbunden. Ihre Wirksamkeit wird als elementarer kreativer Prozess im kommunikativen Austausch mit anderen erfahren. Es ist ein Traum, dass die Kinder aller Biosphärenreservate einen „AntennenHain“ pflanzen und so ein weltweites „imaginäres Netzwerk“ entsteht.  Die Kinder der Hof-Werkstatt-Hochscheid haben mit der Verwirklichung dieses Traumes bereits begonnen. Sie sind auf der Suche nach einem Kinderprojekt in einem der über 500 Biosphärenreservate, in dem der 2. „AntennenHain“ gepflanzt werden kann.